Bloomstar ePAR Meter 400–750 nm – PPFD- und DLI-Messgerät
Bloomstar ePAR Meter 400–750 nm – PPFD- und DLI-Messgerät
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Produktdetails
Das Bloomstar ePAR Meter misst, wie viel Licht bei deinen Pflanzen tatsächlich ankommt – als Momentwert (PPFD) und als Tagessumme (DLI). Der Messbereich reicht von 400 bis 750 nm und schließt damit das Fernrot ein, das moderne Grow-LEDs abstrahlen.
Spektralbereich: 400–750 nm (ePAR, inkl. Fernrot)
Messbereich: bis 4000 µmol/m²/s
Anzeigeauflösung: 0,1 µmol/m²/s (0–999), 1 µmol/m²/s (1000–3999)
Wiederholgenauigkeit: 1 µmol/m²/s
Funktionen: PPFD, DLI mit frei einstellbarer Belichtungsdauer, Datenspeicher für 100 Messpunkte, Logging
Sensor: separate Sensoreinheit am Kabel, 1/4"-Stativgewinde
Display: LCD, zeigt PPFD und DLI gleichzeitig
Stromversorgung: 2× AAA-Batterien (im Lieferumfang)
Betriebsbedingungen: 0–50 °C, bis 95 % rF (nicht kondensierend)
Gewicht: ca. 0,40 kg
Hersteller-Artikelnummer: BSC-PM4070
Hersteller: BloomStar by Crescience
Warum ein Lux-Messgerät nicht reicht
Lux ist auf die Empfindlichkeit des menschlichen Auges gewichtet und bewertet grünes Licht stark über. Für Pflanzen zählt aber die Anzahl der Photonen im photosynthetisch nutzbaren Bereich – nicht, wie hell etwas für uns aussieht. Zwei LEDs mit gleichem Lux-Wert können völlig unterschiedliche PPFD-Werte haben. Deshalb sind Lux-Messgeräte zum Vergleich verschiedener Spektren untauglich.
PAR oder ePAR – was ist der Unterschied?
PAR ist die klassische Definition der photosynthetisch aktiven Strahlung: 400–700 nm.
ePAR („extended PAR") erweitert den Bereich auf 400–750 nm und erfasst damit zusätzlich das Fernrot (700–750 nm). Der Grund: Fernrot-Photonen tragen über den sogenannten Emerson-Effekt zur Photosynthese bei, wenn sie gemeinsam mit rotem Licht auftreffen. Über das Phytochrom-System steuern sie außerdem die Morphologie der Pflanze – etwa Internodienstreckung und Blattentfaltung.
Moderne Grow-LEDs enthalten oft gezielt Fernrot-Anteile. Ein klassisches 400–700-nm-Meter unterschätzt solche Leuchten systematisch.
⚠️ Wichtig für den Vergleich mit Datenblättern: Lampenhersteller geben PPFD meist im klassischen PAR-Bereich an. Dieses Gerät misst bis 750 nm – bei Fernrot-haltigen LEDs liegt dein gemessener Wert deshalb systematisch höher als die Herstellerangabe. Das ist kein Messfehler, sondern ein anderer Bezugsbereich.
PPFD und DLI – der Unterschied
PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) ist der Momentwert: wie viele Photonen pro Sekunde auf einem Quadratmeter ankommen. Einheit: µmol/m²/s.
DLI (Daily Light Integral) ist die Tagessumme: wie viel Licht über den ganzen Tag zusammenkommt. Einheit: mol/m²/d.
So rechnet das Gerät: PPFD × eingestellte Beleuchtungsdauer × 3600 Sekunden, umgerechnet in mol.
Beispiel: 200 µmol/m²/s × 16 h × 3600 s = 11.520.000 µmol/m²/d = 11,52 mol/m²/d.
Beachte: Das ist eine Hochrechnung aus einem Momentwert. Bei konstanter LED-Beleuchtung stimmt das exakt. Im Gewächshaus mit schwankendem Tageslicht brauchst du dafür die Logging-Funktion.
So misst du richtig
1. Auf Blätterdach-Höhe messen – nicht auf Topfhöhe, nicht direkt unter der Leuchte.
2. Sensor waagerecht halten. Schräghaltung verfälscht den Wert (Kosinusfehler).
3. Nicht nur die Mitte messen. Ein 3 × 3-Raster (9 Punkte) über die Zeltfläche zeigt dir die tatsächliche Verteilung. Ziel ist nicht perfekte Gleichheit, sondern keine extremen Ausreißer an den Rändern.
4. Erst Abstand, dann Dimmung. Der Abstand bestimmt vor allem die Gleichmäßigkeit, die Dimmung die Gesamtmenge.
5. Lampe vorher laufen lassen – LEDs brauchen kurz, bis sie thermisch stabil sind.
6. DLI-Zeit zur Phase passend einstellen (z. B. 18 h Wachstum, 12 h Blüte), sonst ist der DLI-Wert wertlos.
Sinnvolle Messzeitpunkte: bei Lampenwechsel, nach jeder Höhenverstellung, beim Phasenwechsel und bei Verdacht auf Leuchtenalterung.
Zielwerte – was belegt ist und was nicht
Für Gewächshauskulturen nennen Universitäts-Fachstellen (Michigan State, Purdue) einen üblichen DLI-Bereich von 5–30 mol/m²/d, als Mindestziel häufig 10–12 mol/m²/d. Kulturspezifisch etwa: Gurken ca. 20–35, Tomaten ca. 20–50 mol/m²/d.
Bewusst keine Tabelle geben wir für andere Kulturen an – dafür fehlen uns belastbare, herstellerunabhängige Quellen. Das methodisch saubere Vorgehen: DLI-Zielwert deiner Kultur recherchieren, dann daraus PPFD und Beleuchtungsdauer ableiten.
Abgrenzung: Laborgerät oder Smartphone-App?
Gegenüber Laborgeräten (z. B. Apogee MQ-610, rund das Zwei- bis Dreifache): Diese nennen dokumentierte Genauigkeitsangaben wie ±5 % Kalibrierunsicherheit und Driftraten. Das Bloomstar macht dazu keine Angabe – siehe Hinweis unten. Für relative Vergleiche – Dimmstufe, Abstand, Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung – ist es völlig ausreichend. Für Labor, Zertifizierung oder die Vermessung von Leuchten mit belastbaren Absolutwerten führt kein Weg an einem Gerät mit Kalibrierzertifikat vorbei.
Gegenüber Smartphone-Apps: Diese nutzen den Umgebungslicht- oder Kamerasensor des Telefons. Der ist auf sichtbares Licht ausgelegt, nicht spektral korrigiert, von Modell zu Modell unterschiedlich – und erfasst Fernrot prinzipbedingt nicht. Für eine grobe Orientierung tauglich, für Dimm- und Abstandsentscheidungen und erst recht für ePAR nicht.
Transparenzhinweis
Der Hersteller gibt Wiederholgenauigkeit und Auflösung an, nennt aber keine absolute Messtoleranz in Prozent und keine Kalibrierreferenz. Wir haben das beim Hersteller angefragt und ergänzen die Angabe, sobald sie vorliegt. Bis dahin behaupten wir keine Absolutgenauigkeit.
Ebenfalls offen: Zur Länge des Verlängerungskabels gibt es widersprüchliche Angaben (5 m beim Hersteller, 10 m im Handelsdatensatz). Wenn das für dich entscheidend ist, frag uns kurz – wir klären es vor dem Versand.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PAR und ePAR?
PAR umfasst 400–700 nm, ePAR erweitert auf 400–750 nm und schließt das Fernrot ein, das moderne Grow-LEDs abstrahlen.
Warum reicht ein Lux-Messgerät nicht?
Lux ist auf das menschliche Auge gewichtet. Für Pflanzen zählt die Photonenanzahl im photosynthetisch aktiven Bereich.
Was ist PPFD, was ist DLI?
PPFD ist der Momentwert in µmol/m²/s, DLI die Tagessumme in mol/m²/d.
Wie berechnet das Gerät den DLI?
PPFD × Beleuchtungsdauer × 3600 s, umgerechnet in mol. Die Dauer ist frei einstellbar.
Wo genau muss ich messen?
Auf Blätterdach-Höhe, Sensor waagerecht, und über mehrere Punkte verteilt statt nur in der Mitte.
Wie viele Messwerte kann ich speichern?
100 Datenpunkte; zusätzlich gibt es eine Logging-Funktion.
Braucht das Gerät Akkus?
Nein, zwei AAA-Batterien – im Lieferumfang enthalten.
Kann ich den Sensor fest montieren?
Ja, die Sensoreinheit hat ein 1/4"-Stativgewinde und ein langes Messkabel.
Wie genau ist das Gerät?
Angegeben sind Wiederholgenauigkeit (1 µmol/m²/s) und Auflösung (0,1 µmol/m²/s). Eine absolute Messtoleranz in Prozent nennt der Hersteller nicht – siehe Transparenzhinweis.
Warum weicht mein Messwert von der Herstellerangabe meiner Lampe ab?
Lampenhersteller geben PPFD meist für 400–700 nm an, dieses Gerät misst bis 750 nm. Bei Fernrot-haltigen LEDs liegt der ePAR-Wert daher höher. Zusätzlich hängt der Wert stark von Höhe und Position ab.
Fazit
Das Gerät beantwortet die Frage, die man sonst nur schätzen kann: Kommt bei meinen Pflanzen genug Licht an – und überall gleich viel? Für Hobby- und Semi-Pro-Anwender, die Abstand und Dimmung sauber einstellen wollen, ist es das richtige Werkzeug. Für zertifizierbare Absolutmessungen braucht es ein Gerät mit Kalibrierzertifikat.